Die ökonomische Katastrophe namens Euro

„The fundamental problem of Europe is an attempt to take a country like Greece and a country like Germany and give them the same currency moreover to leave in the hand of each individual country fiscal policy while a central bank controls monetary policy“ – George Friedman Feb.2016 Chicago Council On Global Affairs.

Die Einführung des Euros und somit die Gründung einer europäischen Währungsunion war ein großer Fehler und ebenfalls eine Folge des ansteigenden Zentralismus, welcher das politische System immer mehr in Richtung Zentralisierung anstatt Regionalisierung driften lässt. Der Euro ist ein Projekt, mit dem sich einige Politiker in den Geschichtsbüchern einen Namen machen wollten, denn er hatte nach ihren Worten die Aufgabe ein „Garant des Friedens“ in Europa zu sein. Spätestens mit der Griechenland-Krise hat sich jedoch herausgestellt, das der Euro vielmehr die Eigenschaft besitzt Zwietracht zwischen den europäischen Völkern zu sähen.

Der Grund hierfür ist der ökonomische Schaden, welchen der Euro in den schwächeren Volkswirtschaften Europas anrichtet. 

Es gibt in Europa stärkere Volkswirtschaften, welche vom Euro profitieren und schwächere Volkswirtschaften, welchen der Euro enorm schadet. Diese unterschiedliche Stärke in den Volkswirtschaften ist die Ursache dafür, dass der Euro nur als Schuldenunion mit fortgehender Finanzumverteilung von Mitteleuropa zum Rest Europas funktionieren kann, da keine Wechselkurse existieren.

Doch warum sind Wechselkurse überhaupt notwendig?

Die gemeinsame Währung erlaubt es, stärkeren Volkswirtschaft ihre Waren für einen geringeren Preis anzubieten, als dies mit Wechselkurs und nationaler Währung der Fall wäre weil der Wert des Euros aus dem wirtschaftlichen Durchschnitt aller Euro-Länder errechnet wird. Dies hat den Export der stärkeren Volkswirtschaften erhöht, weil deren Währungen eigentlich wesentlich teurer wären und sie darum weniger Produkte in der Welt verkaufen würden. 

Gleichzeitig verlieren die schwächeren Volkswirtschaften zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit, weil deren Währungen wesentlich günstiger wären und sie darum ohne den Euro mehr Produkte verkaufen würden. Laut Hans-Werner Sinn vom ifo Institut wäre die spanische Peseta 25% günstiger als der Euro in Spanien es ist. Dadurch würde Spanien wesentlich mehr exportieren. Die Folgen sind für die schwächeren Volkswirtschaften Umsatzrückgänge der Unternehmen, geringere Steuereinnahmen des Staates, erhöhte Arbeitslosigkeit und zunehmende sozioökonomische Instabilität sowie eine Abhängigkeit von Kreditleistungen durch die stärkeren Volkswirtschaften um eine Staatspleite hinauszuzögern.


Zudem wird beispielsweise im Fall von Griechenland aufgrund des Euros der Import aus Mitteleuropa günstiger gehalten, als dies für die griechische Wirtschaft gesund ist. Zum Beispiel importieren die Griechen Tomaten aus Holland und Olivenöl aus Deutschland, obwohl die eigenen Bauern Griechenlands diese ebenfalls regional herstellen könnten, aber nicht mit den geringpreislichen Importen mithalten können. Die Griechen importieren 25% mehr Agrarprodukte als sie exportieren und das obwohl Griechenland eigentlich ein agrarwirtschaftlich geprägtes Land ist. Dies ist eine Folge des Euro, denn ohne Wechselkurse können die griechischen Bauern nicht mit den Preisen aus anderen Ländern mithalten und die griechische Industrie leidet. Dies führt zwangsweise zu einer konstanten Deindustrialisierung Griechenlands. 

Beispielsweise die einst starke Baumwollindustrie in Griechenland ist aufgrund des Euros bereits komplett zusammengebrochen. Ohne den Euro würden die Griechen wieder bei ihren eigenen Bauern einkaufen und diese Bauern würden wieder mehr Lohnarbeiter beschäftigen können, die Arbeitslosenzahlen würden sinken und die Steuereinnahmen steigen. Griechenland wäre ohne den Euro wesentlich besser dazu in der Lage sich selber zu versorgen und die eigene Wirtschaft zu beleben.

Doch warum haben die schwächeren Nationen dann dem Eurobeitritt überhaupt zugestimmt?

Der Grund hierfür ist, dass der Euro den Regierungen der schwächeren Nationen ermöglicht hat, eine bessere Kreditwürdigkeit zu erlangen als dies ohne dem Schutzschirm des Euro der Fall wäre. Die Gläubiger waren sicher, das die leistungsstärkeren Euro Ländern einen Staatsbankrott der schwächeren durch Ausgleichszahlungen verhindern würden. Insbesondere im Fall Griechenland hat diese erhöhte Kreditwürdigkeit die Regierung dazu verlockt, weitaus höhere Haushaltsausgaben wie zum Beispiel Beamtengehälter oder Rentenleistungen zu haben, als sich die Nation leisten konnte. Die griechischen Bürger hat die erhöhte Verschuldung durch Misswirtschaftung nicht gestört, solange die Haushaltsausgaben nicht gekürzt wurden, also hat sich die amtierende Regierung durch rücksichtslose Verschuldung bei den uninformierten Bürgern in einem besseren Licht darstellen können, als dies ohne den Euro der Fall gewesen wäre. Schlechtes Wirtschaften wurde dadurch belohnt. Dies ist im Falle Griechenlands genau nach dem gleichen System erfolgt wie im Falle der Dritten Welt durch Kreditvergabe von IWF & Weltbank. Der gleiche Prozess erfolgt nun auch in Italien, wo die EZB diese Kredite durch massenhaften Kauf von Staatsanleihen verschleiert.

Diese desaströse Haushaltspolitik wird seit Jahren durchgeführt, ohne dass dringend notwendige Reformen durchgesetzt wurden. Auch nachdem Griechenland einen Hilfeschrei nach Europa getragen hat, wurde das System nicht geändert sondern sogar durch so genannte Rettungsschirme verstärkt. Der Hilfeschrei machte Europa darauf aufmerksam, dass die Gefahr besteht dass die Renten nicht mehr ausbezahlt werden können, die Banken reihenweise Insolvenz anmelden, die Beamten keinen Sold mehr bekommen und vieles mehr. Das brachte die Bevölkerung auf die Barrikaden, obgleich sie dieser destruktiven Haushaltspolitik jahrelang zugesehen hatten. Ebenfalls zugesehen hatten die Regierungen der stärkeren Volkswirtschaften, welche sich nebenbei noch an ihrem eigenen steigenden Export erfreuten. Doch dann als in Griechenland scheinbar ganz plötzlich die Katastrophe anzubahnen schien entwickelten die Regierungen der stärkeren Volkswirtschaften noch enormere Rettungspläne um den Staatsbankrott Griechenlands zu verhindern. Erhebliche Ausgleichszahlungen in Form von Krediten durch EZB, IWF, BRD und private deutsche Großbanken flossen nach Griechenland und führten dazu, dass das Land zwar mehr Zeit erhielt, aber sich auch noch stärker verschuldete. Die Misswirtschaft endete nicht obgleich Deutschland nun umfangreiche Sparprogramme aufzwingen wollte. Griechenland wurde von Mitteleuropa – welches viel zu spät auf die griechische Misswirtschaft reagierte – innerhalb kürzester Zeit erhebliche Sparmaßnahmen aufgezwungen, welche in solch kurzfristiger und massiver Form der griechischen Wirtschaft und der europäischen Völkergemeinschaft weiter schadeten und das griechische Volk ganz besonders gegen die BRD aufbrachte. Griechenland ist ein Paradebeispiel dafür in welche einer Abwärtsspirale sich eine schwächere Volkswirtschaft begeben kann, wenn sich diese dem Euro anschließt.

Glücklicherweise ist Griechenland ein sehr kleines Land und aus diesem Grunde kann sich dieses destruktive System bis heute noch halten, aber der nächste Wackelkandidat namens Italien wird die ökonomische Idiotie namens Euro mit absoluter Sicherheit endlich zu Grabe tragen und möglicherweise dabei die EU zu dem zurückschrauben, was sie eigentlich sein sollte und womit sie Europa dient; als Wirtschafts-Union.

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